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Magazin 02/18 Reisen Tipps & Adressen

ÖSTERREICH – WACHAU

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Fotografie: Christine Zenz
Text: Marion Michels

Prächtig thront die Klosteranlage auf einem Felsen über dem gleichnamigen Städtchen Melk und der Donau, die an dieser Stelle ihre lustvoll beschwingte Reise durch die Wachau beginnt. Stift Melk, das Wahrzeichen der Wachau, zählt zum Unesco-Welterbe. Der Klosterfelsen wurde vermutlich schon vor den Römern besiedelt. Später wurde Stift Melk zu einem weltlichen Machtzentrum der Babenberger. Am 21. März 1089 wird das Bauwerk als Benediktinerkloster aktenkundig. Eine turbulentere Geschichte, zwischen Not, Armut und Zerstörung bis zu glanzvollen Zeiten weltlicher Macht, könnte ein Ort nicht haben. Geprägt von fehlender Disziplin und finanziellen Miseren, rettete die Melker Klosterreform, besiegelt auf dem Konzil von Konstanz, das Schicksal des Stifts. Es sollte zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren Europas werden. Kaiser und Könige, der Klerus, Gelehrte, Philosophen und namhafte Künstler prägten die Kultur, den Geist und das Erscheinungsbild der imposanten Klosteranlage. Durchschreitet der Besucher das mächtige Portal des Prälatenhofes, erwartet ihn im Innenhof der Anlage eine ruhige Harmonie, der umliegenden trapezförmig angeordneten Gebäude. Ihre Fassaden zieren Darstellungen der Künstler Peter Bischof und Helmut Krumpel. Sie stellen die vier Kardinaltugenden: Mässigung, Weisheit, Tapferkeit und Gerechtigkeit dar. Durch das Tor am südwestlichen Ende des Hofes gelangt der Besucher über die Kaiserstiege zum Kaistertrakt, der einst ausschliesslich der kaiserlichen Familie vorbehalten war und heute das Stiftsmuseum beherbergt. Die Kirche des Klosters Melk ist so prunkvoll vergoldet und mit Fresken verziert, dass es keine beeindruckendere Visitenkarte des einstigen Reichtums seiner kirchlichen und weltlichen Besitzer gibt.

Imposanter Blickfang am Eingang zum Stiftspark ist der barocke Gartenpavillon. Abt Thomas Pauer liess ihn 1747/48 vom Architekten Franz Munggenast erbauen. Der riesig anmutende Innenraum des Pavillons wurde 20 Jahre später von Johann Wenzel Bergl mit opulenten Fresken ausgemalt. Sie zeigen fantasievolle Inszenierungen mit exotischen Tieren und Indianern in opulenten Dschungel-Szenarien. Einzigartig in dieser Epoche, in der die neu entdeckte Welt von Christoph Kolumbus weitgehend unbekannt war. Eine Traumwelt, die geschaffen scheint, um den strengen Klosterregeln dieser Zeit für eine Weile zu entfliehen. Der lichtdurchflutete Innenraum mit Blick auf die Donau, das Stift und die romantische Parkanlage beherbergt ein feines Selbstbedienungs-Restaurant. Besonders die wunderschöne Terrasse, umwachsen von herrlich duftenden Rosen, lädt zum Verweilen ein. Bei unserem Besuch waren einige der exotischen Tiere den Wandfresken entflohen, um sich repliziert auf Schablonen in der barocken Gartenanlage zu vergnügen.

Abt-Berthold-Dietmayr-Strasse 1, 3390 Melk, Österreich
www.stiftmelk.at

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