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Aber sicher: Appenzell!

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In manchen Gegenden ist das Gras wahrlich grüner als anderswo.
So im traditionsverbundenen Appenzellerland mit seinen satten Wiesen,
sanften Hügellandschaften und den Bilderbuch-Bergen.

Schroffe Gipfel wie Altmann, Hoher Kasten und Säntis, die im Kontrast zu den sanften Hügellandschaften stehen. Kleine Dörfer, Weiler und Höfe, die sich in der Unendlichkeit der Natur verlaufen. Das Appenzellerland ist mit seinen zahlreichen Wanderrouten im Alpsteingebirge ein Eldorado für Wanderer und Kletterer. Gerade nur 416 Quadratkilometer Fläche und 69 500 Einwohner zählt die Region. Und doch hat sie eine geballte Ladung Tradition hervorgebracht. Es gibt wohl kaum eine andere Schweizer Gegend, wo Kultur, Handwerk und Geselligkeit so gelebt und gepflegt werden wie hier. Kein Wunder bei den vielen Feierlichkeiten, die am östlichen Zipfel der Schweiz abgehalten werden. Ob Alpfahrten im Frühling, Sennenfeste im Sommer, Viehschauen im Herbst oder «Silvesterchlausen» im Winter: Im Appenzellerland gibt der Kalender bis heute den Takt vor. Hier werden Traditionen und Brauchtum das ganze Jahr über zelebriert. Und zwar nicht als Inszenierung für die Gäste, sondern als ehrlicher Ausdruck der Heimatverbundenheit.

VIER REGIONEN – EINE GESCHICHTE |Das Appenzellerland besteht aus zwei Halbkantonen – Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden – die sich geografisch in vier Regionen unterteilen: «Vorderland», «Mittelland», «Hinterland» und «Inneres Land». Die Teilung der beiden Halbkantone geht auf das Jahr 1597 zurück. Grund dafür waren verschiedene Religionen. Zu gross waren die weltanschaulichen Unterschiede zwischen dem katholischen Innerrhoden und dem reformierten Ausserrhoden. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelten sich die beiden Halbkantone auch wirtschaftlich sehr unterschiedlich. Ausserrhoden war einer der ersten stark industrialisierten Schweizer Kantone. Innerrhoden hingegen blieb lange ein Agrarkanton, der sich vor allem der Viehzucht und der Milchwirtschaft verschrieben hatte. Auch heute noch pflegen die beiden Halbkantone feine Unterschiede. Verbindend ist aber ihre grosse Liebe zur gemeinsamen Tradition, die noch heute so authentisch gelebt wird, wie vor vielen Jahren.

BRAUCHTUM UND TRADITION |Schlachten, Hungersnöte und Glaubenskämpfe haben sich tief in das kulturelle Gedächtnis der Appenzeller eingeprägt. Die vielen Bräuche und Kirchenfeste stehen sinnbildlich für die bewegte Geschichte der Region. Nicht weniger als an 31 Tagen pro Jahr feiert das Appenzellerland. Auch traurigeren Momenten in der Geschichte der Vorväter und Ururgrossmütter wird gedacht. Bei den Anlässen immer mit dabei: Die opulente Festtagstracht, die mit Stolz und Würde getragen wird. Die Jahreswende feiern die Appenzeller gleich zweimal: Nach dem gregorianischen (31. Dezember) und dem julianischen Kalender (13. Januar). Dann ziehen die Silvesterchläuse um die Häuser und wünschen mit andächtigem Gesang und lüpfigen «Zäuerli» allen «es guets Neus». Wenn die Sennen mit ihren Tieren ab Mitte Mai auf einem langen Marsch zu Alp «fahren», ist dies ein ganz besonderer Moment. Bei der Alpfahrt gibt es eine Vielzahl ungeschriebener Gesetze zu beachten: Angeführt wird der bunte Alpaufzug von einem Knaben in der Buebetracht. Hinter ihm zottelt eine Schar weisser Appenzeller Ziegen, angetrieben von einem Mädchen in der Werktagstracht. Dahinter schreitet der Vorsenn in seiner Festtagstracht mit gelben Lederkniehosen und roter Tuchweste. Über der linken Schulter trägt er einen geschnitzten Fahreimer. Begleitet wird er von den drei schönsten Kühen und dem unüberhörbaren Klang ihrer Senntumschellen. Vier Sennen marschieren vor dem Rest der Viehhabe. Die Pferdewagen mit den Alpgerätschaften und den Schweinen bilden zusammen mit dem Bauern und seinem Sennenhund (Bläss) den Schluss des Zuges. 

Abends, in der Ruhe des Alpsommers ertönt der «Bet-ruf» der Sennen. Die Älpler rufen dann zu Gott, Maria und den Schutzheiligen um Schutz und Schirm. Ihren Alltag lockern die gesangs- und tanzfreudigen Appenzeller durch frohe Feste, Stobete genannt, auf. Die Palette der Appenzeller Volksmusik reicht vom Jodeln und Talerschwingen über Schölleschötte bis zur original Appenzeller Streichmusik mit Hackbrett, Bass, Cello und Geigen. Als Höhepunkt wird jeweils der Hierig getanzt – ein Tanz zwischen zwei Liebenden, die sich necken und verhöhnen, um sich dann wieder zu versöhnen. Die Alpfahrt und die Stobete gehören zu den  
beliebten Sujets der Appenzeller Senntumsmalerei (Bauernmalerei), wie sie sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Wie kaum an einem anderen Ort wird die Tradition in Malerei, Musik sowie Sprachkunst derart ausgeprägt gelebt wie im Appenzellerland. 

Genauso prächtig wie die Alpfahrt ist übrigens auch der Alpabzug im Herbst. Dann geht es wieder zurück ins Tal, wo die Kühe und Stiere für die zahlreichen Viehschauen in diversen Gemeinden herausgeputzt werden. Die schönsten Tiere erhalten einen Papierblumenkranz um die Hörner gebunden. Am Abend nach der Kür treffen sich die Bauern, Bäuerinnen und Sennen in den Wirtschaften zur Schaukritik und zu Musik und Tanz.

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    1 Kommentar

    1. junker 16. Mai 2021

      herzlichen dank für die schöne ausgabe des La tavola, immer eine augenweide und gut fürs gemüt

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