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Magazin 04/18 Reisen Tipps & Adressen

KROATIEN – PLITWITZER SEEN

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Fotografie: Ursula Egli, Felicitas Brütsch
Text: Ursula Egli

Natur pur: Die glasklaren Seen und tosenden Wasserfälle des Nationalparks präsentieren sich als Symphonie im Grün und Blau.

Das norddalmatinische Hinterland mit seinen mächtigen, zerklüfteten Felslandschaften, weitläufigen Plateaus mit staubiger Erde, aus der im Hochsommer verdorrte Sträucher spriessen, ist eine ideale Kulisse für Wildwestfilme. Das müssen sich in den 1960er-Jahren wohl auch die Produzenten gedacht haben, als sie sich auf die Suche nach dem idealen Drehort für die geplanten Winnetou-Filme gemacht haben. Als Kontrast zur staubigen Prärie boten die Plitwitzer Seen, die heute zum UNESCO-Welterbe gehören, alles, was man für einen «echten» Indianerfilm benötigte. So wurde eine kleine Höhle in einer Felswand, in der Schatzjäger Unterschlupf gefunden hatten, über Nacht als «Schatzhöhle» berühmt und der Kaluderovac-See wurde kurzerhand zum legendären «Silbersee». Heute präsentiert sich der Nationalpark Plitwitzer Seen als wunderschönes Natur- und Wanderparadies. Bei unserem Besuch lassen sich weder Winnetou noch Old Shatterhand blicken. Nur ein kleiner grasgrüner Wasserfrosch versucht,uns mit seinen aufgeblasenen Schallblasen zu imponieren. Die fast unberührte Natur des ca. 300 000 ha grossen Nationalparks bietet Lebensraum für zahlreiche geschützte Pflanzen, wie z. B. die seltene Orchideenart Frauenschuh. In den dichten Wäldern des Parks leben Bären, Wölfe und Wildschweine. Sechzehn Seen, durch rauschende Wasserfälle verbunden, die teils dröhnend in die Tiefe stürzen, reihen sich aneinander. Durch die Kaskaden hindurch bahnt sich der Fluss Korana seinen Weg, um letztlich einen Höhenunterschied von insgesamt 156 Metern zu überwinden. Der Nationalpark gilt als Naturwunder, da die Wasserfälle aufgrund von Rauwacken, die aus porösem Dolomitgestein entstehen, langsam, aber stetig ihr Aussehen verändern. Der Nationalpark Plitwitzer Seen ist einmalig schön, aber leider schon lange kein Geheimtipp mehr. Wer dieses naturbelassene Paradies, abgesehen vom Rauschen der Wasserfälle, in Ruhe geniessen möchte, tut gut daran, sich frühmorgens auf den Weg zu machen.

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