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Magazin 02/18 Reisen Tipps & Adressen

RIVA DEL GARDA

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Fotografie: Christine Zenz
Text: Ursula Egli

Die Region Gardasee schmückt sich dank mildem Klima mit einer subtropischen Vegetation und malerischen Landschaftsbildern. Die Tiroler Gründlichkeit und italienische Leichtigkeit sorgen für einen harmonischen Mix aus alpiner Bodenständigkeit und mediterranem Dolce Vita. Bereits in der Antike wurde die Schönheit des Gardasees gepriesen. Die Römer nannten den See «Lacus Benacus». Benacus war eine keltische Lokalgottheit Oberitaliens. Seine Weihinschrift wurde am Ufer des Gardasees gefunden, daher wird davon ausgegangen, dass dieser Gott Namensgeber des Sees war. Der See erstreckt sich auf einer Länge von 55 Kilometern und imponiert mit einer Uferlinie von mehr als 160 Kilometern. Schroffe Steilhänge, lieblich Buchten und romantische Häfen, sanfte Hügelzüge mit Rebbergen und Maisfeldern geben den Ufern ein vielseitiges Gesicht, und die alpine Wildheit mit dem Zauber von Palmen, Zypressen und Zitronenhainen übt einen faszinierenden Reiz aus. Wer, so wie wir, via Südtirol vorbei an den mächtigen Dolomiten an den Gardasee reist, atmet auf, sobald er die Gestade des grössten italienischen Sees und das elegante Städtchen Riva del Garda erreicht. Hier beginnt der Süden, denke ich mir beim Anblick der pittoresken Altstadt mit ihren Palazzi aus der Zeit der venezianischen Herrschaft und der von Palmen, Zitronen- und Olivenbäumen gesäumten Uferpromenade. Riva del Garda liegt im äussersten Nordwesten des Gardasees und wird von zwei Bergen flankiert: Im Osten trennt der Monte Brione den Ort vom benachbarten Torbole, im Westen ragen die letzten Ausläufer des Monte Rocchetta in den stahlblauen Himmel. Um 1900 war Riva del Garda ein beliebtes Reiseziel des Adels, der Künstler und Schriftsteller. Franz Kafka, Thomas Mann, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Sigmund Freud und D. H. Lawrence sind nur einige der Persönlichkeiten, die hier zeitweise Quartier nahmen. Das Zentrum der Altstadt bildet der schöne Platz Tre Novembre am Hafen, der mit seinen Palazzi und Arkaden im lombardisch-venezianischen Stil den Einfluss des nahen Veronas erkennen lässt. An der Ostseite des Platzes ragt etwas schief der 34 Meter hohe Torre Apponale auf, von dem Friedrich Nietzsche so begeistert war, dass er sich wünschte, sein Leben darin als Eremit beschliessen zu können. Riva del Garda gilt nicht nur aufgrund seines angenehmen Klimas und der vielen Sehenswürdigkeiten als beliebtes Urlaubsziel. Die Winde des Gardasees wehen vor der Küste des Ortes besonders kräftig und zuverlässig, sodass sich der Ort in den letzten Jahren zu einem beliebten Hotspot für Surfer und Segler entwickelt hat.

Wer Riva del Garda und den oberen Teil des Gardasees aus der Vogelperspektive betrachten möchte, so eben wie Paris vom Eiffelturm aus, der unternimmt eine Wanderung oder eine Mountainbike-Tour auf dem Sentiero del Ponale. Die Ponalestrasse wurde 1848 im Auftrag von Giacomo Cis, einem Kaufmann aus dem Ledrotal, gebaut und galt damals als ein Meisterwerk des Ingenieurwesens. Die Strasse war früher die einzige Verbindung zwischen dem Gardasee und dem Ledro-Tal. Von Riva del Garda aus führte sie in steile Wände gehauen, durch kleine Tunnels bis zum Ponale-Wasserfall. Seit 1998 rollt der Autoverkehr in einem kilometerlangen Tunnel durch den Berg, während auf der alten Strecke die Wanderer und Mountainbiker unter sich sind und die grandiose Sicht über den Gardasee geniessen. Anders wie beim Eiffelturm, der per Lift einfach zu erklimmen ist, müssen wir uns den phantastischen Panoramablick mit dem Überwinden von ein paar Höhenmetern erarbeiten. Wir starten im Zentrum von Riva del Garda und folgen dem Seeufer, vorbei am historischen Wasserkraftwerk. Bald schon befinden wir uns inmitten des wundervollen Panoramaweges, der sich entlang der steilen Felsen in die Höhe schlängelt. Die Mühe lohnt sich. Das überwältigende Panorama inspiriert uns immer wieder zu Fotostopps, um die herrliche Aussicht festzuhalten. Der tiefblaue Gardasee liegt unter uns, getupft mit weissen Segelschiffen und Surfern.

…weitere Tipps & Adressen rund um Italien finden Sie hier.

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