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Die Perle des Veltliner Weinbaus

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Imposant und elegant thront das ehemalige Dominikanerkloster La Gatta an den steilen Talflanken des Veltlins und blickt erhaben über das wildromantische Tal, inmitten von malerischen Weinterrassen gelegen.

Nur einen Steinwurf von der Schweizer Grenze liegt ein wunderbares Stück Weingeschichte. Bereits vor mehr als 2000 Jahren entstand am südlichen Alpenhang eines der grössten terrassierten Weinbaugebiete der Welt. Auf einer Länge von über 2500 Kilometern erstreckt sich ein Trockenmauerwerk, von Hand gebaut aus Abertausenden von Steinen. Die malerischen Weinterrassen sind prägendes Landschaftsmerkmal und Herzstück im langen Tal und seit November 2018 gehört die Kunst des Baus von Trockenmauern offiziell zum immateriellen Weltkulturerbe der Unesco. So schön, wie sie anzusehen sind, so aufwendig sind sie in der Bearbeitung. Denn die ganze Arbeit in den Rebbergen muss von Hand gemacht werden, vom Rebschnitt bis zur Lese. Wohl auch deshalb ging die Rebfläche zwischen den 1950er- und 1970er-Jahre markant zurück, die Jungen kehrten der anstrengenden Landwirtschaft zugunsten der Industrie den Rücken. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren eine Kehrtwende eingetreten und viele neue, kleine Betriebe sind entstanden. Die Familie Triacca mit Sitz in Südbünde  gehört zu den Grossen und Bedeutendsten im Tal und ist dem Weinbau seit vielen Generationen treu. Die beiden Brüder Giovanni und Luca Triacca leiten das Weinhaus Fratelli Triacca gemeinsam in der 4. Generation. Seit Jahrzehnten prägt die Weinbaufamilie in der ganzen Schweiz das Bild des gepflegten Veltliner Weines, heute gehören zum imposanten Portfolio auch Weingüter im prestigeträchtigen Montepulciano, im Gebiet des Chianti Classico und in der Maremma. Und seit 50 Jahren das schöne, alte Kloster La Gatta im nahen Veltlin, Heimstatt von vielen, feinen Weinen, die im alten Gewölbekeller ihrer Vollendung entgegenschlummern. Sforzato di Valtellina Eine Besonderheit ist der Sforzato. Dieser rote Veltliner ist eine wahre Wucht, er ist so etwas wie eine äusserst gelungene Mischung zwischen Amarone und Barolo. Wie der berühmte Amarone aus dem Valpolicella wird auch der Sforzato aus rosinierten, angetrockneten Trauben gekeltert. Das sorgt nicht nur für intensive, reife Fruchtnoten, sondern auch für einen satten Alkoholgehalt und eine wunderbar samtig sanfte Gaumenschmeichelei. Die Trauben werden für diese Art der Kelterung nach der Ernte in speziellen Räumen, den Fruttai zum Trocknen ausgebreitet. Von Oktober bis Dezember verlieren sie so etwa ein Drittel ihres Gewichts und werden zu veritablem Fruchtkonzentrat. Im Italienischen wird dieser Trocknungsvorgang als «forzatura» bezeichnet – daher hat der Sforzato- Wein seinen Namen. Erst nach dem Trocknen werden die Trauben gepresst, und der Saft wird vergoren und für mindestens 20 Monate zur Lagerung in Holzfässer gelegt. Der Sforzato ist ein reinsortiger Chiavennasca. Und man höre und staune: Chiavennasca ist nichts anderes als Nebbiolo, die gleiche Traubensorte wie die der bekannten Barolos aus dem Piemont. Dieser tanninreichen Traube verdankt der Veltliner seine Tiefgründigkeit und seine lange Haltbarkeit. Seit 2003 ist der Sforzato als DOCGWein anerkannt und wird in Einzellagen und von Hand gepflegt und gelesen. Von Pilgern und Weinfreunden Wo also könnte man diesem Wein besser Hof halten als im altehrwürdigen Gemäuer La Gatta. Besucher aus Nah und Fern flanieren hier durch die Rebberge und träumen von alten Zeiten und neuen Weinen und lassen auf der Terrasse mit Traumblick ins wildromantische Tal bei einem Glas Triacca-Wein den Blick schweifen und schlemmen Veltliner Spezialitäten. Die alten Räume strotzen nur so von Geschichte und Geschichten, könnten sie doch nur davon erzählen, was sie alles erlebt haben seit ihrer Erbauung vor über 500 Jahren. Von den Pilgern, die hier im Kloster ein Dach über dem Kopf und eine Mahlzeit erhielten auf ihrem Sorgenweg. Oder von den Zeiten, als das Veltlin noch Untertanenland der Drei Bünde war, den Wirren und Kämpfen San Domenico, Sforzato di Valtellina. der Reformation, die im Veltlin so arg wütete, dass die Mönche das Kloster und das Tal flohen. Oder von den Zeiten Napoleons, der den Bündnern das Veltlin entriss. Da war die Comer Adelsfamilie De Gatti, die das Gut übernahm und es zu ihrer Sommerresidenz machte und ihm seinen wundersamen Namen gab, der nichts mit einer Katzendame zu tun hat. Im 19. Jahrhundert wandelte sich La Gatta durch die Puschlaver Winzerfamilie Mascioni zu einem Weingut, und vor etwas über 50 Jahren, 1969, kam es zur Familie Triacca und machte sie zu einem der bedeutendsten Weinproduzenten in der Valtellina.

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