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Magazin 02/22 Mein Freund Freezy

Mediterraner Artischockensalat, lauwarm

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Fotografie: Erwin Auf der Maur
Rezept, Styling & Produktion: Marion Michels

Freezy badet in frühlingsgrüner Frische. Die grüne Leichtigkeit des Frühlings gedeiht um diese Jahreszeit noch in Gewächshäusern. Gesund essen ist ­angesagt. Die ersten zarten Blätter von jungem Spinat schmecken als Salat einfach köstlich. Sie sind optisch ein krasser Gegensatz zu den stacheligen Artischocken, die küchentechnisch erst einmal erobert werden wollen. Die grünen Spargeln kommen im März noch aus Europas Süden. Köstliche Protagonisten des Frühlings. Einige Wochen später sorgen vor Erntefrische quietschende weisse Spargelstangen für das Crescendo des Frühlings. Es ist ganz und gar nicht so, dass Freezy und ich Wintergemüse nicht mögen. Aber alles hat seine Zeit. Im Frühling tanzen halt Schmetterlinge. Auch im Bauch. Aber Freezy ist immer leicht geniert, wenn es um das Thema Liebe geht. Er ist eben ein Eremit. Jeweils donnerstags am Abend spüre ich bei Freezy eine leichte Nervosität. Er freut sich auf den Freitag. Dann wird auf Zürichs Bürkliplatz Wochenmarkt gefeiert. Gefeiert ist um diese Jahreszeit der perfekte Ausdruck. Fröhliche Menschen, beschwipst vom Frühling, Blumen in einem Arm. Im anderen Arm Gemüse­tüten. Was doch junges Gemüse in den Herzen der Menschen anrichten kann! Besonders die Herren der Schöpfung scheinen eine ­deutliche Frühlingsinfusion bekommen zu haben. Seitenblicke! ­Gucken ist erlaubt. Und gewünscht! Die Röcke der Girls werden kürzer. Statt Stiefel, Stöckelschuhe oder sexy Boots mit gefährlich hohen Plateausohlen. Unbestritten. All das grüne Gemüse weckt ­Gelüste. Zu zweit genossen in gefährlicher Dosierung. Im Vertrauen: Aus mancher Küchenliebe ist viel mehr geworden als die gemeinsame Leidenschaft für frühlingsgrüne Frische.  

1 Welch ein Glück! Es gibt noch ein Glas von den feinen Taggiasca-Oliven, einige Cherrytomaten und eine ganze Schüssel voll blanchierter, geviertelter Trudela-Artischocken. Petersilie hat es auch noch. Und den feinen Maggia-Pfeffer im Glas!

2 Zuerst die Cherrytomaten mit wenig Rapsöl bei 120 °C im Backofen konfieren (ca. 30 Minuten).

3 Aus feinem Olivenöl, Zitronensaft, Fleur de Sel, Fenchelsamen und weissem Pfeffer eine Marinade anrühren. Eventuell mit weissem Balsam-essig abschmecken.

4 Die Oliven zu den Cherrytomaten schieben und 10 Minuten erwärmen. Alle Zutaten auf einem vorgewärmten Teller anrichten. Mit der Marinade beträufeln.

5 Dazu passt geröstetes Baguette.

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