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Magazin 05/17 Reisen Tipps & Adressen

WINGEN-SUR-MODER – CHÂTEAU HOCHBERG – PAVILLON

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Fotografie: Christine Zenz, Pressebilder Château Hochberg
Text: Marion Michels

Silvio Denz

So unprätentiös wie diese Aussage, ist das Erscheinungsbild des charismatischen Schweizer Unternehmers Silvio Denz. Ich kenne Silvio seit vielen Jahren und bin immer wieder aufs Neue beeindruckt von seiner einzigartigen Erfolgsgeschichte. 2007 berichteten wir über die Einweihung des Weinkellers von Mario Botta auf seinem Weingut Château Faugères in Bordeaux, 2011 über die Einweihung des Fünfsterne-Restaurants und Relais & Châteaux-Hotels Villa René Lalique in Wingen-sur-Moder. In dieser Ausgabe berichten wir über die Eröffnung von Château Hochberg mit dem Pavillon von Mario Botta. Alle drei Projekte sind von Excellence und Qualität geprägt, zwei Bausteine, die matchentscheidend für die ganze Firmengruppe von Silvio Denz stehen. «Nur das Einfache kann gut werden!»; das galt auch für den Kauf der Kristallmanufaktur Lalique im Jahr 2008. Eigentlich war er zuerst nur daran interessiert, die Parfümsparte der Firma zu kaufen. Dies wurde jedoch von den Verantwortlichen abgelehnt. So entschloss er sich, Lalique ganz zu kaufen – und alles wurde gut! So wie die Geschichte der exzeptionellen Sammlung von rund 700 historischen Parfumflakons, die innerhalb von drei Jahren auf ganz verschiedene Art und Weise den Weg zu ihm gefunden hat. Im 2015 folgte die aufwendige Restauration der historischen Villa von René Lalique in ein luxuriöses 5-Sterne-Hotel mit einer mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Gastronomie. So gesellte sich dieses verwunschene Fachwerkhaus, das am Waldrand im kleinen Ort Wingen-sur-Moder in den Vogesen liegt, zur weltberühmten Kristallmanufaktur von Lalique. Als Ergänzung der bereits bestehenden Villa kreierte Mario Botta einen eleganten Restaurant-Kubus, der harmonisch die architektonischen Prinzipien des historischen Fachwerkgebäudes aufnahm. Der grandiose Weinkeller des Kubus widerspiegelt mit seinen sakralen Elementen dabei die Ambitionen und Philosophien des Architekten auf wunderbare Weise. Mit dem Viersterne Hotel Château Hochberg realisierte Silvio Denz Mitte 2016 einen schlichten und eleganten Komplementär zur luxuriösen Villa Lalique. Für beide Häuser gilt der Grundsatz der kompromisslosen Qualität auf hohem Niveau. Mit dem zugänglichen Gastronomiekonzept von Château Hochberg gibt Silvio Denz den Menschen dieser Gegend, den Arbeitern seiner Kristallmanufaktur und den Besuchern des gegenüberliegenden Musée Lalique die Möglichkeit, vorzügliche Gerichte zu moderaten Preisen zu geniessen. Das Mittagsmenü ab 26 Euro und die 80 hervorragenden Weine im Offenausschank sind durchaus erschwinglich. Excellence muss nicht teuer sein, aber sie vermittelt höchstes Niveau und eine ebensolche Qualität. Mit dem Konzept von Château Hochberg zeigt Silvio Denz, dass dieser Anspruch möglich ist. Hier stimmt die Basis: das historische Haus mit seiner der Kristallkunst verbundenen Geschichte, seiner Nähe zur Manufaktur und zum weltbekannten Musée Lalique. Der Qualitätsanspruch von Silvio Denz und der Dialog des Architekten Mario Botta zwischen Alt und Neu sind die Basis für den Erfolg. Mario Botta lässt der Grande Dame stets den Vortritt und passt seine Architektur bestehenden Gebäuden an. Mario Botta und Silvio Denz verbindet eine langjährige Freundschaft, die auf einer positiven und optimistischen Lebenseinstellung und einer grossen Leidenschaft für Ästhetik basiert. Zwei charismatische Männer, jeder ein Genie seiner Materie.

Mario Botta

Jedes Objekt kann man beschreiben, aber immer wieder gibt es Eigenschaften, die nur mit Emotionen fassbar sind. Jedes Kunstwerk, egal ob eine Plastik von Giacometti, ein Gemälde von Picasso oder ein Bauwerk, vermittelt einen Inhalt. Wichtig ist die persönliche Freiheit des Menschen die Inhalte aufzunehmen, zu denen er bereit ist. Das ist die grosse Kunst der Interpretation: Mario Botta sagt, dass es immer versteckte Nachrichten oder Botschaften in seinen Werken gibt. Ich lerne den grossen Architekten in diesem Augenblick von einer sehr faszinierenden Seite kennen, die Spirituelles zulässt und bejaht. Mit seinen Arbeiten gestaltet er Formen und entdeckt so verborgene und zugleich überraschende Werte. Wenn eines seiner Werke vollendet ist und dem Zeitgeist entspricht, hat es seine Aufgaben erfüllt. «Es ist der zentrale Auftrag an die Architektur, die Erwartungen des Auftraggebers zu erfüllen und in dem Zeitgeist umzusetzen.» Dazu müssen Themen hinterfragt und neu interpretiert werden. Werkstoffe sind wesentliche Bestandteile seiner Architektur. Jedes Bauwerk entsteht aus der Erde. Mario Botta sucht bei einem neuen Projekt zuerst den Bezug zum Boden, zur Natur und zum Licht. Virtuelles ist ihm fremd, weil es von der Realität und von der Mühe der Arbeit, die jedes Bauwerk mit sich bringt, ablenkt. Mario Botta ist der Meister des Lichts. Dieses ist ein wesentlicher  Bestandteil der Kunst des Tessiner Architekten. Licht generiert den Raum, der ansonsten optisch inexistent wäre. Grundsätzlich ist Licht abstrakt, es braucht Materie, das heisst Werkstoffe, um präsent zu sein. Die Beziehung zwischen dem Abstrakten, dem Licht und den physischen Materialien, den Werkstoffen, ergibt die Genialität der Architektur von Mario Botta. Der Werkstoff Glas fasziniert den Architekten und Künstler. Dank immer neuen Entdeckungen entstehen neue Formen und Wertigkeiten. Jede seiner Arbeiten lebt von Abenteuern und Überraschungen. «Wenn eines meiner Werke vollendet ist und in seiner Form den Zeitgeist reflektiert, ist die Architektur gelungen.» Mario Botta erkennt in der Persönlichkeit von Silvio Denz viele seiner eigenen Haltungen. Beide Männer stellen Geschäftliches nie in den Vordergrund. Begeisterung, Freude, Mut und Qualitätsansprüche auf höchstem Niveau verbinden sie. Das gegenseitige Vertrauen ist das Fundament, auf dem grossartige Dinge entstanden sind und entstehen. Vieles bleibt zwischen ihnen unausgesprochen, weil Vieles selbstredend ist. Deshalb harmonierten die beiden Partner auch beim Bau des neuen Pavillons des Château Hochberg sehr gut. Und dies, obwohl dieses Projekt für Mario Botta kein einfaches war. Das Nebengebäude von Château Hochberg war vorhanden, aber so von der Zeit gezeichnet, dass ein Neubau notwendig wurde. Wie immer liess Mario Botta der «Grande Dame» den Vortritt. Er übernahm den Fussabdruck des alten Gebäudes und setzte die Anforderungen von Silvio Denz um. Entstanden ist ein Neubau mit einer eleganten, modernen Einrichtung für ca. 120 Personen, der einem breiten Spektrum von Veranstaltungskonzepten gerecht wird. Eine Location, die in dieser Gegend notwendig, aber nicht vorhanden war. Der Pavillon soll in seiner Schlichtheit und in seinem Qualitätsanspruch der Multiplikator von Château Hochberg werden. Ein Grund, die gleichen Materialien wie zum Beispiel die Bauziegel des Schlosses zu verwenden. Entstanden ist ein Ort der Begegnung, in dem Hochzeiten oder Geburtstage gefeiert und Besuchergruppen des Musée Lalique erstklassig bewirtet werden und in dem Seminare und Tagungen stattfinden. Ein neuer Komplementär in der Lalique Kollektion von Silvio Denz ist dank seinem Freund, dem renommierten Architekten Mario Botta vollendet worden. Entstanden ist ein Bauwerk, das dem Zeitgeist entspricht und welches das lokale Angebot bereichert.

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