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Magazin 04/17 Reisen

LOS ANGELES – DIE STADT DER ENGEL UND SUPERSTARS

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Fotografie: Christine Zenz
Text: Ursula Egli

Der Landeanflug in der First Class der Air France auf Los Angeles ist das Erlebnis. Das Monster von Stadt scheint sich träge und unendlich gross unter uns auszubreiten. 115 km Küstenlinie, an der entlang sich auf über 10’000 km² das quadratische Muster aus Avenuen und Boulevards erstreckt. L.A. sieht aus der Vogelperspektive aus wie ein Flickenteppich, grauer Asphalt wechselt mit erstaunlich viel Grün unzähliger Parkanlagen, gespränkelt mit türkis leuchtenden Tupfern der Swimmingpools von Beverly Hills. L.A. ist ein Patchwork von 88 integrierten Städten, durchzogen von zwei Hügelketten, verbunden mit einem Netz von Freeways. Wir haben 48 Stunden Zeit, Los Angeles, die Stadt der Engel, zu erkunden. Wie gut, dass wir Morgan Craft, einen sachkundigen und flexiblen Guide, an unserer Seite haben, der Los Angeles wie seine Westentasche kennt und als ehemaliges Model und Gastronom die angesagtesten Locations kennt. «Wer mit offenen Augen L.A. erkundet, wird viele magische Momente erleben», ist eines seiner ersten Statements. «Man kann morgens im Meer schwimmen, mittags in den Bergen Ski laufen und sich abends im Sternenhimmel der Wüste verlieren.» Die Mega Metropole ist ein Experiment, das sich täglich neu definiert. Wie viele  Menschen in dem grossen Einzugsbereich von Los Angeles leben, weiss niemand so genau, aber es sind weit über 10 Millionen. Ein Schmelztiegel aus 140 Nationen und 96 Sprachen. Multikulti-Los-Angeles ist das Modell der Zukunft und funktioniert ein Stück weit wie das Internet: dezentralisiert, rasant wachsend, ein Schmelztiegel der Weltkulturen. Los Angeles ist vielseitig und unwiderstehlich. Hier begegnet man tatsächlich Filmstars auf der Strasse. Der Himmel ist fast immer blau, die Palmen sind dünn und perfekt manikürt, die Frauen auch. Die Kellnerin im Restaurant ist eigentlich ein Model, der Schuhverkäufer in der Mall Schauspieler. Die blonden Mähnen der California Girls sind meist künstlich verlängert, aber ihre gute Laune, die ist echt. Los Angeles lebt seine Klischees ganz ungeniert. Schein und Sein vermischen sich zu einer Über-Realität, in der wir uns ununterbrochen die Augen reiben. Genau das macht diese Stadt zu einem der spannendsten und unterhaltsamsten Orte der Welt.

Hollywood

Willkommen in Hollywood – ein Stadtteil, wo die Namen der Weltstars in Sternformat in Trottoirs verewigt sind und in dem sich Menschen, die sich für Stars halten, um Geld für ihre Performance bitten. So wie die meisten Besucher von Los Angeles, hatten auch wir das Gefühl, dass wir Hollywood respektive den «Walk of Fame» unbedingt gesehen haben müssen. Ehrlich gesagt, muss man nicht! Es wimmelt von Touristen, Performern und schrägen Vögeln auf dem ganze 18 Häuserblocks umfassenden Hauptteil der VIP-Meile. Die hier im Trottoir verewigten Weltstars kommen, ausser zur Einweihung «ihres Sterns» oder zu den Oscar-Preisverleihungen, schon lange nicht mehr hierher. Der Kult der Sterne auf dem «Walk of Fame» und das Streben seitens der Celebrities geht weiter. Die Sterne werden unter der Leitung von «Stargirl» Ana Martinez von der «LA Chamber of Commerce» verliehen. Wer hier mit einem Stern in Stein verewigt wird, der hat es geschafft. Seit im März 1960 der erste Ehrenstern an Regisseur Stanley Kramer ging, nimmt deren Verleihung immer grössere Wichtigkeit an – circa 2600 Mal wurden solche Mini-Monumente enthüllt! Kein Wunder, bei so vielen Talenten in der Unterhaltungsbranche: Nicht nur Schauspieler-Legenden wie John Goodman, David Duchovny, Kathy Bates oder Michael Keaton, sondern auch die Sängerin Mariah Carey oder Rapper Pitbull wurden mit einem Plätzchen auf dem Boulevard geehrt. Wichtige Persönlichkeiten der Theater- und Radiolandschaft leisten ihnen Gesellschaft. Die wichtigste Aufgabe, die Suche nach dem passenden Ort für den Stern, ist Chefsache. «Ich versuche, für jeden Geehrten den Platz auf dem Hollywood Boulevard zu finden, der etwas mit ihm und seinen Rollen zu tun hat», so Ana Martinez. Den rosafarbenen Stern für Farrah Fawcett, die für ihre Fönfrisur berühmt war, platzierte sie vor einem Friseurgeschäft, den Stern für James-Bond-Darsteller Roger Moore, Agent 007, finden wir vor der Hausnummer 7007 auf dem «Walk of Fame» .

Downtown L.A.

Dominiert von Wolkenkratzern aus Stahl und Glas, ist Downtown der einzige Stadtteil, der echtes Grossstadtflair bietet. Bis vor Kurzem war Downtown nach Sonnenuntergang eine Geisterstadt, heute zieht es die Angeleños wieder dorthin. Ehemalige Bürogebäude aus den 1920ern wurden in Hotels mit schicken Loft Bars und Restaurants umfunktioniert. Unsere Erkundungstour durch Downtown ist eine Blitztour durch Europa, Südamerika und Asien, Immigranten aus aller Welt haben hier eine neue Welt geschaffen. In Downtown Los Angeles stehen einige eindrucksvolle Bauwerke wie die futuristisch anmutende, von Frank Gehry in gewohnt spektakulär verschachtelter Weise gestaltete Walt Disney Concert Hall. Aus dem Jahr 1893 stammt das Bradbury Building, das mit seinem lichtdurchfluteten Atrium mit Käfig-fahrstühlen, schmiedeeisernem Dekor und Marmorböden zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Das imposante Bürogebäude diente als Kulisse für die Filme Blade Runner und Chinatown.

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