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Magazin 02/20 Reisen 06/19 Städtereise Tipps & Adressen

Osaka

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Fotografie und Text JAPAN NATIONAL TOURISM ORGANIZATION

Weltoffen, verspielt und ein bisschen verrückt. Die japanische Metropole Osaka steht für gutes Essen, Shopping und ein pulsierendes Nachtleben. Doch zwischen Wolkenkratzern und bunten Neonlichtern zeigt die moderne Grossstadt bisweilen auch ihr traditionelles Gesicht.

 

Osaka ist eine der bedeutendsten Metropolen Japans. 2,7 Millionen Menschen leben im Stadtgebiet von Osaka, stolze 8 Millionen sind es in der gleichnamigen Präfektur. Doch die nach Tokio und Yokohama drittgrösste Stadt Japans wird von westlichen Touristen gerne übersehen – noch. Denn die schillernde Metropole im Westen der japanischen Hauptinsel Honshu tritt allmählich aus dem mächtigen Schatten ihrer grossen Schwester Tokio und erstrahlt im eigenen bunten (Neon-)Glanz.

Mehr als 11 Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnete Osaka 2018. Damit ist sie die am schnellsten wachsende Touristendestination des Landes. Dies nicht ohne Grund: Schliesslich lockt die vielseitige Grossstadt mit hippen Ausgehvierteln, endlosen Shoppingmöglichkeiten, verrückter Popkultur, uralten Tempeln und – vor allem – mit kulinarischen Leckerbissen. Bereits in der Edo-Periode zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurde Osaka als «Küche der Nation» bezeichnet. Bis heute wird die Stadt diesem Ruf mit ihren unzähligen internationalen Michelin-Restaurants, Märkten und Street-Food-Ständen mehr als gerecht. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass der Begriff «kuidaore» – zu Deutsch: sich bankrott essen – in Osaka allgegenwärtig ist. Tatsächlich bringen lokaltypische Spezialitäten wie Takoyaki, Okonomiyaki und Kushikatsu die Yen-Münzen in den Taschen hungriger Kunden zum Klimpern; und neben ihren melodischen Namen sorgen die regionalen Leckerbissen sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen für Musik im Mund.

So sind Takoyaki, die gebratenen Teigkugeln mit der stets brühend heissen Oktopus-Füllung, der Stolz der ganzen Region. Darum kommt man in Osaka an Takoyaki nicht vorbei: Überall in der Stadt finden sich Stände, an denen geschickte Hände auf speziellen Bratplatten innert kürzester Zeit Dutzende der köstlichen Kügelchen zubereiten. Süss-salzig im Geschmack und in der Konsistenz weich und fest zugleich reflektiert das typische Osaka-Gericht in gewisser Weise die gegensätzliche Vielfalt der Stadt.

Auch Okonomiyaki, die japanische Antwort auf die Omelette, und Kushikatsu, in Paniermehl frittierte Fleisch-, Fisch- und Gemüsespiesschen, sind fester Teil der Esskultur in Osaka. Besonders berühmt für seine zahlreichen Kushikatsu-Restaurants ist das heitere Retro-Ausgehviertel Shinsekai. Hier steht auch der 1912 nach dem Vorbild des Eiffelturms errichtete, 103 Meter hohe Aussichtsturm Tsutenkaku Tower. Doch so köstlich die Kushikatsu-Spiesschen in Shinsekai sein mögen, das kulinarische Epizentrum von Osaka liegt in  

Dotonbori, der Food-, Ausgangs- und Shoppingmeile im Süden der Stadt. Der Dotonbori-Kanal mit seiner Ebisu-Brücke und den farbig beleuchteten Booten und Neonreklamen – darunter die berühmte Glico-Werbetafel – gehört zu den unverkennbaren Wahrzeichen der Millionenmetropole.

Osaka ist eine bipolare Stadt: Im Norden erstreckt sich rund um den Hauptbahnhof das Geschäftsviertel der Wirtschaftsmetropole. Im Süden der traditionellen Handelsstadt geht es in den Restaurant- und Ausgehvierteln der Bezirke Namba und Shinsaibashi laut und leidenschaftlich zu und her. Verbunden werden die beiden Pole durch Osakas 4,2 Kilometer lange Luxus-Shoppingmeile Midosuji: Von Louis Vuitton über Chanel bis zu exklusiven Hotels und Speiselokalen findet die kaufkräftige Kundschaft hier alles, was das Herz begehrt. Doch nicht nur geografisch, auch in kultureller Hinsicht hat Osaka zwei Gesichter. So steht dem verrückten Treiben und Getümmel der trendy Unterhaltungs- und Einkaufsviertel der Stadt die Stille ihrer traditionellen Stätten gegenüber. Der Park wie auch die Kirsch- und Pflaumenhaine des Osaka Castle, dem markantesten Wahrzeichen Osakas, laden zum entspannten Picknick ein. Die Geschichte der Burg reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Mit 2,5 Millionen Besuchern im Jahr ist sie zudem die wichtigste Touristenattraktion der Stadt.

Bereits seit 593 steht der Shitennoji, Japans ältester Tempel, in Osaka. Wer durch das uralte Tempelgelände schlendert, vergisst beinahe, dass draussen auf den Strassen des «anderen Osakas» das moderne Leben pulsiert. Laut, farbenfroh, verrückt und dennoch charmant traditionell: In Osaka verschmelzen die Gegensätze Japans zu einem faszinierenden – und köstlichen – Ganzen.

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