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Magazin 01/17 Reisen Tipps & Adressen

JORDANIEN – FASZINIERENDE WÜSTE

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Fotografie: Christine Zenz
Text: Ursula Egli

Petra – die sagenhafte Stadt der Nabatäer

Ein Hauch von Weihrauch liegt in der Luft. Aufgeregt wie kleine Kinder und mit genügend Wasser und gutem Schuhwerk ausgerüstet, machen wir uns unter der brühend heissen Sonne Jordaniens auf, um die Stadt des Staunens zu erforschen. Der Anfang unserer Reise in die Vergangenheit ist noch recht unspektakulär. Wir gehen auf einer breiten staubigen Strasse und lauschen den Erklärungen unseres Guides Nasr. Doch schon bald erblicken wir die ersten Zeichen der roten Stadt, ein mächtiges Obeliskengrab mit dreieckigen Pfeilern. Die antike Felsenstadt Petra, als herausragendes Kulturdenkmal 1985 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen, ist der wertvollste Schatz Jordaniens. Die Nabatäer, ein Verbund von Nomadenstämmen in Arabien, schlugen die Stadt im 1. Jahrhundert v. Chr. in die Sand- steinwände. Der Pfad wird langsam schmaler. Der einzige Weg in die Stadt hinein führt durch den Siq, einen engen Gebirgspfad von mehr als einem Kilometer Länge, der auf beiden Seiten von 80 Meter hohen Felsen umgeben ist. Schon der Gang durch den Siq ist ein einzigartiges Erlebnis, die Farben und Felsformationen sind überwältigend. Bilder von Kamelen an den rötlich schimmernden Felswänden weisen uns den Weg. Vor Tausenden von Jahren waren es Karawanen, die mit Kamelen, Pferden und Eseln unterwegs waren, um mit Gewürzen, Schmuck und Waffen zu handeln. Der Weg durch die Schlucht war der einzige zur reichen Wüstenstadt Petra. Dort lebten zigtausende Menschen. Der Handel bescherte ihnen Reichtum. Und ihre Bauwerke in den Felsen haben bis heute Bestand.

Wunder im Morgenland

Wo die Schlucht sich wie ein Vorhang auftut, steht Petras prächtigstes Monument: das Schatzhaus, 40 Meter hoch, direkt in den dunkelrosafarbenen Gesteinshang gemeisselt, stellt alles um sich herum in den Schatten. Das monumentale Werk wurde im 1. Jahrhundert als Felsengrab für einen Nabatäerkönig gefertigt und ist ein hervorragendes Beispiel für das technische Genie dieses alten Volkes. Das Schatzhaus ist aber nur das erste der vielen Wunder von Petra. Es gibt Hunderte feiner, aus dem Fels geschlagener Gräber mit aufwendigen Inschriften. In Petra ist ausserdem ein riesiges, von den Nabatäern im römischen Stil erbautes Theater erhalten geblieben. Es gibt Obelisken, Tempel, Opferaltäre und kolonnadengesäumte Strassen.

Wadi Rum 

Bevor wir mit dem offenen Jeep durch die Wüste brausen, heisst es zuerst gut einpacken, denn wo es eine Wüste gibt, gibt es auch viel Sand. Khaled, der charmante Beduine, der uns zum Tee in sein Wüstenzelt eingeladen hat, schlingt mit wenigen Handgriffen das neu erstandenes Palästinensertuch um meinen Kopf, zurrt es fest, und los geht’s. «Ahlan wa-sahlan», heisst Khaled uns willkommen – übersetzt bedeuten diese drei Worte in etwa: «Als Angehörige und nicht als Fremde seid ihr gekommen und leicht sollt ihr es haben.» Mit jedem Kilometer, den wir in das Wüstental hineinfahren, wird es einsamer und die Landschaft eindrucksvoller. Bis zu 1800 Meter hohe, bizarr geformte Sandsteinberge, rostrote Sanddünen, schwarze Granitfelsen und zerklüftete Felsschluchten erinnern an eine Kraterlandschaft. Nicht umsonst wird das Wadi Rum auch Tal des Mondes genannt.

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