Tippe um zu schreiben

Editorial Literatur Magazin 02/18

GESCHWINDIGKEITSGEFÜHL

Teilen

Ein Ton braucht Zeit, um sich zu entfalten und zu klingen. Ohne Zeit kann ein Ton weder entstehen noch gehört werden. Die Klangwelten unseres Alltags sind unglaublich schrill. Stunden vergehen mit Zeitraffer und Überschall. Manche Tage fühlen sich an wie die Reise im ICE nach Paris. Geschwindigkeit macht schwindelig und lässt kaum Zeit zum Zuhören. Schön, dass Menschen meinen Weg kreuzen, die sich durch Empathie und Bescheidenheit auszeichnen. Es gibt sie! Zum Beispiel die genialen Ärzte, die ihren Beruf als Berufung und Auftrag leben, die trotz verantwortungsvoller Positionen und grosser Präsenzen Zeit für ihre Patienten finden und nicht mit Pharma Kanonen Kriege anzetteln. Es gibt sie, die Ärzte, die trotz allem oder gerade darum Zeit finden, den Klängen ihrer Geige oder ihres Klaviers zuzuhören und die schönen Seiten des Lebens zu geniessen. Ich möchte mich persönlich bei ihnen bedanken! Sie relativieren das ICE-Geschwindigkeitsgefühl ihres Krankenhauses und ihrer Praxen und schaffen Vertrauen, Zeit und Raum für harmonische Töne. In dieser Zeitschrift habe ich den Frühling eingeladen, seine Partituren zu spielen. Beschwingt und heiter, herrlich duftend und mit knackiger Frische. Grün ist er, der Frühling! Ja, vor allem grün … und er trägt auch dieses Jahr viele heitere Tupfen. Das Gelb der Primeln, das Kunterbunt der Tulpen oder das vornehme Porzellanrosa der Magnolien. Frühling ist Balsam für die Seele, so wie ein klangvolles Konzert oder ein gutes Gespräch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Zeit finden, um den Melodien dieser Jahreszeit zu lauschen und ihre Farbenpracht und Frische zu geniessen.

Herzlichst
Ihr La Tavola-Team und

Marion Michels

Tags
Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag

Weitere Beiträge

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Ähnliche Beiträge

Nächster Beitrag