
Béatrice van Strien
Weinfachfrau
aus Leidenschaft
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Liebe Leserinnen, Liebe Leser !
«Ich mag Pinot noir»! Immer öfter entkorken wir
zu einem Lammrack, einem Thunfischsteak oder einer feinen Kalbsleber
eine Flasche Blauburgunder. Meistens stammt sie aus der Schweiz:
eine elegante Kreszenz aus der Bündner Herrschaft, ein fruchtiger
Schaffhauser oder auch mal ein süffiger Zürcher Klevner.
Das war nicht immer so. Vor 20, 30 Jahren konnte ich in Blinddegustationen
nur Schweizer Blauburgunder sicher erkennen, weil ich schon seinen
Geruch nicht mochte. Für mich schmeckte er genauso mickrig
dünn, wie es seine bräunlich transparente Traubenfarbe
erwarten liess. Er hatte wenig Körper, dafür umso mehr
Säure.
Mein Interesse für Pinot erwachte erst mit dem Jahrgang 2003.
Dieses sonnenreiche Jahr brachte zwar wenig typische und sicher
nicht die elegantesten Weine hervor, aber endlich Blauburgunder,
die «Fleisch am Knochen» hatten. Seither hat Pinot noir
einen festen Platz in unserem Weinkeller. Da wir uns die wirklich
grossen Burgunder nicht leisten können und uns die kleinen
meistens nicht schmecken, halten wir uns an die köstlichen
Schweizer Pinots, die es heute ohne Weiteres mit der Konkurrenz
aus dem Ausland aufnehmen können.
Herzlichst Ihre

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